Psychotrauma & Traumafolgestörungen

Aufgrund der vergangenen Vorfälle möchten wir noch ein Mal die 6 Punkte von der Expertenrunde vom 19. April 2018 mit Univ.-Prof. Dr. Wancata in Erinnerung rufen.

Symptome nach Traumatisierung

  • Angst vor Kontrollverlust

  • Misstrauen

  • Angst, verrückt zu werden

  • Scham, Schuld

  • Mangelnder Selbstwert

  • Aggression, Suizidtendenzen

  • Konzentrationsstörungen

  • Suchtgefahr

  • Schmerzen

Posttraumatische Belastungsstörung

  • Wiedererleben: “Flashbacks”, Intrusionen, Alpträume, intensive Emotionen

  • Übererregbarkeit (“Hyperarousal“): Reizbarkeit, Schreckhaftigkeit, Konzentrations- und Schlafstörungen, Wachsamkeit

  • Vermeidung

  • Dissoziation: “Gefühlstaubigeit“, Depersonalisation (Selbstentfremdung), Derelisation (verfremdete Wahrnehmung der Umwelt)

  • Dauer: Latenzzeit: 1 Monat bis 3 Jahre

Umgang mit Traumatisierten

  • Misstrauen akzeptieren

  • Erklärung, was mit ihnen los ist

  • Anerkennung als Opfer, Leid würdigen

  • Traumakompensation anerkennen

  • Inseln (Ressourcen)

  • Kontrollverlust/Hilflosigkeit: Selbstwirksamkeit!

  • Konzentrationsstörung:Wiederholen, Notieren

  • keine frühzeitige Traumakonfrontation

Traumatisierung: Einflussnehmende Faktoren

Faktoren Geringes Risiko Großes Risiko

Geschlecht männlich weiblich

Alter mittleres Alter ältere Menschen

und Kinder

Vorbelastung sicher gebunden Trauma,

psych. Erkrankungen

unsicher gebunden

Art des Traumas einmalig, Naturereignis “man-made”,

wiederholt

Umstände des Traumas Kontrolle beschämend,

eingeschlossen sein

Raktion d. Umwelt Hilfe, Anerkennung Verleugnung,

Verharmlosung

Behandlung: Traumatherapie

  • Debriefing: nicht empfohlen!

  • Traumapsychotherapie:

    • Stabilisierung

    • Traumbearbeitung

    • Intergration

  • Therapieformen u.a.:

    • KVT, Psychodynamische Therapien (PITT)

    • MPTT, Hypnotherapie

    • EMDR: Eye Movement Desensitization and Reprocessing

Medikamentöse Therapie

Es gibt keine spezifische medikamentöse Behandlung für die Posttraumatische Belastungsstörung, Symptome, die öfters auftreten, sollten allerdings entsprechend medikamentös behandelt werden. Bei depressiver Symptomatik können Serotonin-Wiederaufnahmehemer (SSRI) eingesetzt werden, bei Schlafstörungen sedierende Antidepressiva.

Vor dem Einsatz von Benzodiazepinen warnt Fellinger-Vols:”zum einen besteht Suchtgefahr, zum anderen besteht das Risiko, dass durch Sedierung die Kontrolle nachlässt und die Betroffenen von traumatischen Inhalten überschwemmt werden.”